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Warum kommt Vinyl nicht aus der Mode?

Warum kommt Vinyl nicht aus der Mode?

Warum hält sich Vinyl trotz aller erdenklicher, in der Zwischenzeit, auf den Markt geschwemmten Medien so hartnäckig? Wieso bloß ist das so? Ist es denn überhaupt der Fall oder einfach ein Irrtum? Viele Fragen drehen sich sprichwörtlich um die sich drehende Scheibe aus schwarz gerilltem Material. Was genau ist Vinyl, wie kam es auf und wie sehen Gegenwart sowie Zukunft aus? Steigt die Schallplatte aus dem Graben der Versenkung wie jüngst die angeschlagene Musikindustrie 

Wie kam es zur Vinylschallplatte?

Bereits im zarten Beginn der Schallplattenherstellung erfolgten wenig erfolgreiche Versuche, das ursprünglich etablierte aber kostenintensive Naturprodukt Schellack durch günstigere und  synthetisch gefertigte Kunststoffe zu ersetzen. Hierzu erprobte an unter anderem die  Tonträger aus PVC herzustellen. Bei Schallplatten spricht man vereinfachend allerdings meistens und mittlerweile auch umgangssprachlich von „Vinyl“ statt von PVC.

1930 wurde die erste Langspielschallplatte aus Vinyl produziert und vermarktet. Ende der 30er Jahre ging man im damaligen New York dazu über, Radiowerbung und im Vorfeld aufgezeichnete Sendungen und Programme auf, beziehungsweise in Vinyl zu pressen. Dies nutze man vor allem da das schwarze Kunstmaterial so unglaublich robust und nahezu unzerbrechlich war. Somit war es perfekt geeignet für den Versand. Auch für Kinderprogramme und Hörspiele eignete sich diese Form ausgezeichnet, dass Kinder erfahrungsgemäß nicht sachgemäß und zimperlich mit den guten Platten umgingen. Als es dann durch und während des Zweiten Weltkrieges zur Knappheit des immer noch genutzten Schellacks kam, gewann die Vinylplatte immer mehr an Boden. Durch die Härte und Widerstandsfähigkeit des Vinyls, war es auch auf einmal möglich, wesentlich eng beieinanderliegende Rillen einzubringen, die Mikroschrift war entstanden. Daraus resultierend konnte man die Abtastnadeln verkleinern und dadurch erfolgten Vorteile wie zum Beispiel eine höhere Qualität des Tons als auch eine wesentlich längere Abspielzeit.

Kurzum war man sich bereits lange Zeit vor dem Durchbruch als damaliges Massenmedium den deutlichen Vorteilen des Materials bewusst. Weniger Störgeräusche, eine definitiv höhere Haltbarkeit als auch die längere Laufzeit. Der Massenerfolg stellte sich durch Anpassung der Abspielgeschwindigkeiten und Festlegung auf „gleichgestellte“ Abspielgeräte in Form von Schallplattenspielern ein.

Verdrängung des Vinyls durch moderne Technik

Ein “kurzer“ Zeitsprung und die Ära der Vinylplatten war bereits zu ende. Durch diverse und heute bereits ebenfalls verdrängte Medien, kam die gute alte Vinylplatte temporär aus der Mode. Natürlich gab es zu jeder Zeit auch immer Verfechter und Liebhaber. Wovon allerdings die Rede ist, ist der Massenmarkt. Dieser machte Schwankungen und Medien wie zum Beispiel die Kassetten, CDs, Minidiscs, MP3 und diverse nicht so erfolgreiche dazwischengesetzte Formate mit.

Überleben in der Nische

In Nischen allerdings war die Vinylplatte ohne Unterbrechungen „der Star“ der Szene. Denken wir beispielsweise einmal an die Clubszene, innerhalb derer die Tracks der Stars, in Vinyl gepresst, durch DJane`s und DJ`s auf deren Turntables erfolgreich gemixt und auf so mancher erinnerungswürdigen oder legendären Party performt wurden. Man könnte sagen dass die sich ausbreitende Clubszene einen Teil zum Überleben der Vinylplatte beitrug.

Umdenken der „Konsumenten“ und Bewusstheit

Währenddessen in den vorangegangenen 10 Jahren oft und mehrheitlich nur die Rede vom Konsumieren oder von den sogenannten Konsumenten war, ist ein Trend des Umdenkens und von neuer Bewusstheit zu verzeichnen. Innerhalb unserer schnelllebigen Gesellschaft geht es nicht nur im Bereich Ernährung zunehmend um Bewusstheit und Nachhaltigkeit. Auch im Bereich des Musikkonsums geht es gerade wieder weg vom Konsum, hin zum Genuss. Musik ist Kunst, diese sollte auch gewürdigt werden und man sollte sie zelebrieren und genießen. Kurz gesagt, auch fernab von Clubs oder Liebhabertreffen etabliert sich die Schallplatte mehr und mehr wieder in der Masse. Dieser Trend verläuft zwar zart, ist aber spürbar. Laut Statistik des Bundesverbandes der Musikindustrie kommt die Schallplatte auf einen Marktanteil von über 4,4 Prozent. Was in direktem Vergleich zur, auch schon aus der Mode, geratenen CD welche bei circa 44 Prozent liegt, eine kleine Nummer ist, dennoch deutlich zu den Vorjahren gestiegen ist. Fans des Materials betonen auch immer wieder das abweichende Feeling und den differenzierten Hörgenuss einer Platte gegenüber einem Digitalmedium. Jeder der diese Erfahrung bereits gemacht hat, wird dem kopfnickender Weise zustimmen müssen. Legt man auch zuhause eine Schallplatte auf, ist das ein viel bewussterer Vorgang als bei einer CD. Man muss richtig heiß drauf sein! Die Silberdisc schiebt man halt rein und fertig. Bei der Schallplatte ist es wie bei einem Tee. Auch diesen sollte man zelebrieren und tut es in der Regel auch eher als beim Kaffee. Man muss auch mehr Sensibilität walten lassen. Eine Schallplatte ist definitiv empfindlicher als eine CD. Auch daraus wächst eine gesteigerte Wertschätzung.

Fazit und Beantwortung der Modefrage

Das Vinyl nicht aus der Mode kommt kann man so gesehen nicht wirklich aussagen, da es tatsächlich bereits so geschehen ist, nimmt man den Massenmarkt als Kriterium. In den 90ern verzeichnete man quasi das Ende der Schallplatte. Was in Europa zur Folge hatte das ein Großteil der Presswerke schließen musste oder sich umorientiert hat. Dadurch ergab sich natürlich auch eine andersherum wirkende Beeinflussung. Keine Presswerke, kein Interesse auf Vinyl zu veröffentlichen, kein Vinyl.

Doch geht man eben von der Qualität des Hörgenusses oder dem Momentum der Zelebration aus, scheint der Trend zur „Kleinen Schwarzen“ in den letzten 10 Jahren wieder deutlich zu steigen. Auch ein großes schwedisches Möbelhaus hat dies scheinbar erkannt und kürzlich den eigenen Plattenschrank im Portfolio veröffentlicht. Ist das ein Zeichen für den neuen Massenmediensiegeszug der Vinylplatte? Wohl kaum! Aber sie ist und bleibt die beste Alternative, um Musik bewusst und zelebriert zu hören und auch die Energie der Künstler zu würdigen.

 




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